WOOOM im Restaurant

Farben machen Räume


Es ist ein spannendes Thema, eine Wissenschaft für sich und beschäftigt auch uns bei Klöber: die unterschiedliche Wirkung von Farbe und Material. Dipl-Des. Melanie Hövermann von raumprobe hat dabei nicht nur einzelne Möbelstücke im Blick, sondern sieht das große Ganze. Also haben wir sie gefragt, wie Farben und Materialien Räume beeinflussen. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind ja scheinbar grenzenlos. Denke ich an alle Variationen, die ein einzelner Stuhl haben kann, dann summieren sich die Möglichkeiten, wie viele unterschiedlichen Gesichter ein und derselbe Raum haben kann, ins Unendliche. Alle Oberflächen müssen ihre Rolle darin finden. So gesehen, ist es gut, dass Farben und Materialien uns Halt und Orientierung beim Einrichten geben. Wie sich Räume wirkungsvoll gestalten lassen und man dabei seine Wünsche am besten umgesetzt bekommt, das weiß die Expertin in Sachen Farbdesign. Ihre besondere Herausforderung: Nicht nur stimmige Konzepte entwerfen, sondern dabei auch Kundenwünsche berücksichtigen, beziehungsweise diese zuerst einmal aufspüren…

Kloeber Buerostuehle in einer Loft

Frau Hövermann, Schritt für Schritt zum individuellen Raumkonzept – was kommt als erstes? 

In vielen Fällen kommen Kunden ja mit bestimmten Vorstellungen. Zum Beispiel, dass ein Raum gemütlich wirken soll. Doch was bedeutet „gemütlich“ überhaupt? Dies gilt es erst einmal herauszufinden. Wir tasten uns da gerne anhand von Fragebögen ran: Gibt es konkrete Materialwünsche, eine Abneigung gegen bestimmte Farben oder eine Lieblingsfarbe?
Die drei wichtigsten Fragen, die wir selbst dann stellen, wenn ein Kunde „offen für alles“ ist, lauten:

1. Wie viel Zeit werden Menschen in dem Raum verbringen? Als Faustformel gilt: Je höher die Verweildauer, desto weniger schrill die verwendeten Farben sein.

2. Sollen Material- oder Farbtrends eine große Rolle spielen? Wenn ja, gilt es zu beachten, dass Farbtrends nicht sehr langlebig sind. Bei der Gestaltung empfiehlt es sich daher, das was sich nicht ohne Weiteres austauschen lässt, wie Badewanne oder Bodenbeläge, zeitlos zu gestalten.

3. Wer nutzt den Raum?
Kinder mögen kein Braun. Und Teenager wiederum haben andere Farbvorlieben als Erwachsene oder Senioren. Welche Farben und Materialien in einem Raum dominieren, sollte also unbedingt auf die Nutzer abgestimmt sein.

Möbelstoff Cura

Seminar: Materialien by Klöber

Mann stellt Farben vor

Seminar: Farben by Klöber

Ist es nicht extrem schwer, sich mit gutem Gewissen für ein Raumdesign zu entscheiden? Haben Sie Methoden, die dem Kunden Sicherheit und Vorfreude aufs Ergebnis geben?

Eine große Hilfe sind sogenannte Moodboards, übersetzt „Stimmungstafeln“. Auf diesen Moodboards sammelt man Stoffproben, Farbkarten und Materialbeispiele, die bei der Raumgestaltung in Frage kommen. Schon auf einen Blick sieht man, ob die Zusammenstellung harmonisch wirkt und den Geschmack des Kunden trifft – oder ob die angebliche Lieblingsfarbe Sonnengelb vielleicht doch gegen einen dunkleren Ton ausgetauscht werden sollte. Was auf dem Moodboard gut zusammen funktioniert, das wirkt auch im Raum später stimmig.

Wenn dann das Grobkonzept steht, geht es an die Recherche nach Möbeln, Wand- und Fußbodenbelägen. In Skizzen bilden wir die Räume dann maßstabsgetreu nach. Das hilft der Vorstellungskraft auf die Sprünge – und weckt Vorfreude!

Die Raumgestaltung ist also abhängig von vielen Faktoren – und unterliegt doch Gesetzmäßigkeiten. Können Sie uns aus dem Farb- und Material-Einmaleins ein paar Grundsätze verraten?

Bei der Farb- und Materialgestaltung sollte man Folgendes nicht vergessen:

1. Eine Ton-in-Ton Gestaltung wirkt beruhigend.
2. Dunklere Töne werden schneller wahrgenommen als helle.
3. Je bunter ein Raum, umso lebhafter wirkt er.
4. Glatte und glänzende Oberflächen werden kühler wahrgenommen.
5. Die Verlegerichtung von Bodenbelägen beeinflusst die Wahrnehmung des Raums, also streckt oder staucht ihn.

Aber Achtung: Farbton ist nicht gleich Farbton! Ob Kunstlicht oder Tageslicht – Licht nimmt enormen Einfluss auf die Farbwahrnehmung. Daher empfehlen wir einen Farb- und Materialcheck unter realen Lichtbedingungen durchzuführen und einen Probeanstrich vor Ort gleich hinterher.

Bürostuhl vor Steinwand

Bürodrehstuhl Connex2 by Klöber

Vielen Dank für die Tipps, Frau Hövermann! Damit kann das nächste Interior-Projekt nun kommen!


Mehr über raumprobe, die Online-Materialdatenbank mit Deutschlands größter Materialausstellung in Stuttgart: www.raumprobe.com

Melanie Hövermann, Expertin für Farbdesign, raumprobe

Als Expertin für Farbdesign weiß Melanie Hövermann, wie sich Räume mit Farben und Materialien individuell gestalten lassen

Dirk Hindenberg

Hi, mein Name ist Dirk Hindenberg. Ich habe im Sommer 2019 bei Klöber angedockt und bin hier als Marketing-Allrounder vor allem für das Online-Marketing zuständig. Davor habe ich als internationaler…


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