Stationen im Leben eines Bürostuhls Teil 8: Von der Polsterei bis zur Auslieferung

In unserer Artikelserie haben wir euch bereits sieben Stationen im Lebens eines Bürostuhls vorgestellt – vom Produktmanagement über die Entwicklungswerkstatt bis zur Näherei. Wie aus den einzelnen auf diesem Weg entstandenen Teilen ein Stuhl wird und welche Prüfungen dieser bestehen muss, bevor er unser Haus verlässt und zu euch kommt, erfahrt ihr im achten und letzten Teil unserer Bürostuhl-Serie.

 

Was wäre ein Stuhl ohne Polster? Richtig: ganz schön ungemütlich. Für den Sitzkomfort ist Günter Stumpf verantwortlich.

Günter, erzähl mir was bei dir in der Polsterei passiert?

Bei uns in der Polsterei werden Kunststoff- und Holzschalen mit Stoff verbunden und Sitz- und Rückenpolster hergestellt.

Hier werden zwei Komponenten miteinander verbunden – Polster und Schale.

Standardmäßig verwenden wir den Tacker, um diese Teile zu verbinden. Es gibt aber auch spezielle Gummibezüge oder die sogenannte Schnürchentechnik, um Stoff, Polster und Schale zusammenzufügen: Hier richte ich zunächst den Stoff auf der Polstermaschine aus. Dann drückt die Maschine den Stoff herunter und spannt die Schnur, die alles verbindet – bis zu 80 Kilo wirken hier auf die Materialien ein! Knifflig sind vor allem Anfang und Ende: Es ist es gar nicht so einfach, einen Knopf an die Schnur zu machen. Deshalb haben wir uns etwas einfallen lassen: Mit einer Arterienklemme, einem speziellen Werkzeug aus der Medizintechnik, halte ich die Schnur an Ort und Stelle. Die Klemme schleife ich mir für meine Zwecke passend zu. Dieser Kniff leistet uns seit 20 Jahren gute Dienste!

OP am offenen… Bürostuhl. Die Arterienklemme sorgt dafür, dass alles an Ort und Stelle bleibt.

Wenn du den Stuhl bepolstert hast, geht es weiter zu Georg Reiswich in die Endmontage: Hier werden alle Einzelteile zu einem Bürostuhl zusammengesetzt. Dafür arbeiten die Mitarbeiter der Endmontage Hand in Hand an verschiedenen Systemen.

Wie das reibungslos und effizient funktioniert, erklärt mir Georg Reiswich:

Unser neuestes System ist der sogenannte Kreisel: Vier Mitarbeiter fertigen dort zum Beispiel den Stuhl Mera in getakteter Montage. An vier aufeinanderfolgenden Stationen wird zunächst der Sitz montiert, dann die Lehne und die Armlehnen und zum Schluss erfolgt noch eine Kontrolle.

Erster Schritt: Sitz-Montage.

Jeder Mitarbeiter hat für seine Arbeitsschritte drei Minuten Zeit. Das bedeutet: Alle drei Minuten verlässt ein fertiger Stuhl auf dem Förderband die Endmontage direkt in den Vertrieb – das macht 20 Stühle in einer Stunde. Langfristiges Ziel in der Endmontage, an dem wir fortwährend arbeiten, ist höchste Flexibilität. Wenn alle alles können, ist es möglich, die Mitarbeiter der Endmontage jobrotierend immer dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden. So können wir flexibel auf unterschiedlichste Aufträge reagieren.

Bis zu 20 Bürostuhle verlassen stündlich die Endmontage.

Nachdem Georg und sein Team aus Einzelteilen Stühle gefertigt haben, heißt es: „Einmal Probesitzen bitte!“ Mit seinem neuen Bürostuhl soll jeder Kunde rundum zufrieden sein – schließlich sitzen die meisten sehr oft und lange darauf.

Thomas Lohr von der Qualitätssicherung überprüft die Produkte deshalb intensiv:

Wir arbeiten mit hohem Anspruch: Jeder Stuhl muss qualitativ einwandfrei sein! Deshalb beginnt unsere Arbeit schon beim Wareneingang. Alle zugekauften Materialien werden kontrolliert, bevor sie überhaupt in die Produktion gehen. Dort ist zunächst jeder Mitarbeiter für die Qualität seiner Arbeit verantwortlich – Werker-Selbstkontrolle heißt das bei uns. Jeder Stuhl, der bei uns in der Qualitätssicherung ankommt, ist also von den Mitarbeitern bereits zu 100 Prozent geprüft. Wir führen danach aber trotzdem weitere stichprobenartige Kontrollen durch.

Bis ins kleinste Detail wird ein Klöber Bürostuhl kontrolliert, bevor er an den Kunden geht.

Dabei vergleichen wir zunächst, ob Stuhl und Auftrag übereinstimmen. Dann kommt die Sichtkontrolle: Sind Kratzer, ein Loch im Stoff oder Schmutz erkennbar? Schließlich testen wir noch alle Funktionen des Stuhls, wie etwa die Klimatechnologie von Moteo Style oder die Massagefunktion von WOOOM.

Bei Neuanläufen und Musterstühlen wird übrigens jeder einzelne Stuhl zusätzlich von uns kontrolliert, bevor er an den Kunden ausgeliefert wird.

Viele Stationen muss ein echter Klöber durchlaufen und noch mehr Prüfungen muss er bestehen. Das war’s mit unserer Bürostuhl-Serie. Wenn ihr alle Stationen nochmal nachlesen wollt, könnt ihr euch auf unserem Blog austoben.

 

Habt ihr noch Fragen oder Anregungen? Wir freuen uns über jeden Kommentar.

Jörg Bernauer

Jörg Bernauer, Inhouse-Designer. Seit 2008 begleite ich bei Klöber jedes neue Produkt von Anfang an. Dabei arbeite ich eng mit meinen Kollegen aus anderen Abteilungen zusammen, bin so direkt in…


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