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Arbeitswelt im Wandel – Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus?

Das Thema Arbeitswelt 4.0 beschäftigt uns bei Klöber sehr intensiv. Viele Trends und Studien prognostizieren den Wandel und die Digitalisierung der Arbeitswelt auf verschiedene Weise – ich will es aber genauer wissen und habe bei jemandem nachgefragt, der es wissen muss: Jörg Bakschas ist Experte wenn es um Workspace Strategy, Change Management und System Ergonomie geht.

 

Herr Bakschas, worauf müssen sich Unternehmen einstellen, wenn es um das Thema „Arbeitswelt im Wandel“ geht?

Es werden viele Veränderungen auf Unternehmen zukommen. Dabei muss zunächst die gesamte Unternehmenskultur auf den Prüfstand gestellt werden. Viele Unternehmen haben eine Wunschvorstellung vom Arbeitsplatz der Zukunft und dem Mitarbeiter 4.0. Leider kollidieren diese Vorstellungen mit der Realität: Ein toller Lounge-Bereich mit WLAN, Kaffeebar und smarten Devices, der nicht zum Kommunikationsaustausch unter den Mitarbeitern genutzt wird, beispielsweise weil der Chef es nicht gerne sieht, ist eine falsche Herangehensweise. In erster Linie müssen die Geschäftsmodelle, die Digitalisierung, das Projektmanagement und auch die agile Führung angepasst werden. Das zukunftsorientierte Denken ist besonders wichtig, wenn es um die Einrichtung der Räume geht: Ergonomische Büroausstattung und neue Raumkonzepte können teuer sein, diese zahlen sich aber auf lange Sicht aus – besonders heutzutage im „war of talents“!

 

Was hat die Arbeitnehmersuche mit dem Arbeitsplatz der Zukunft zu tun?

Es wird immer schwieriger gute Arbeitnehmer zu finden und auch zu halten. Eine attraktive Raumgestaltung beeinflusst die Entscheidung potentieller Arbeitnehmer, sich für oder gegen einen Arbeitsplatz zu entscheiden. Gerade für die Generationen Y und Z stehen Spaß am Arbeitsplatz, die Stimmung in der Firma und der Austausch untereinander an erster Stelle. Attraktive Raumkonzepte und vor allem die Digitalisierung der Arbeitswelt unterstützen das natürlich.

 

Worauf müssen sich die Arbeitnehmer einstellen?

Das oberste Gebot eines „Mitarbeiters 4.0“ ist: lebenslanges Lernen. Neue Arbeitsmodelle bringen Veränderungen kommunikativer, räumlicher und technischer Art mit sich. Daraus resultiert ein deutlich vermehrter Austausch, sowohl auf räumlicher als auch persönlicher Ebene: Flexible Einrichtungen und die Digitalisierung befähigen den Mitarbeiter zum Netzwerken! Allerdings sehe ich hier eine große Herausforderung: Derartige Veränderungen können zunächst abgelehnt werden. Diese Verhaltensänderung und die Bereitschaft, sich auf das Konzept Arbeitswelt 4.0 einzulassen, könnte ein langer Prozess werden.

 

Was können wir uns unter „Arbeits-und Lebensraum Büro“ vorstellen?

Das Ziel ist es, die Mitarbeiter zu entlasten: Ein Mix an Raumangeboten, ausgestattet mit individuellen Technologien und smarten Devices, vereinfachen Arbeitsprozesse. Die bisher getrennten Bereiche „Leben “ und „Arbeiten“ werden zunehmend miteinander verknüpft, beispielsweise durch firmeneigene Kindergärten, Fitnessstudios, Ruhezonen und Einkaufsmöglichkeiten. Auch intelligentes Mobiliar und mitdenkende Gebäude unterstützen die Arbeitnehmer – beispielsweise das nachhaltigste Gebäude der Welt „The Edge“ in Amsterdam.

Intelligentes Mobiliar wird immer präsenter ­­– vor allem als Büromöbelhersteller beschäftigt uns das Thema sehr. Mit unseren Bürostühlen mit Klimatechnologie haben wir den Grundstein dafür gelegt und Produkte mit Innovationscharakter entwickelt. Dabei können Energiekosten eingespart und das Wohlgefühl gesteigert werden.

Ja, neben der Sorge um das Wohlgefühl wird auch das Einsparen von Energiekosten ein Thema sein. Aber auch die räumliche und zeitliche Flexibilisierung.

 

Sind zentrale Büros dann überhaupt noch nötig?

Der feste Arbeitsplatz wird immer Bestand haben. Es wird aber flexible Arbeitsplätze, offene Raumstrukturen und mehr Kollaborationsflächen geben, die das Netzwerken und Kommunizieren untereinander erleichtern und fördern.

 

Auch auf unserem Blog haben wir uns bereits mit dem Thema Coworking Spaces beschäftigt. Was für eine Rolle spielt dieses Arbeitsmodell bei der Arbeit 4.0?

Eine sehr innovative und unterstützende! Wenn ein Unternehmen noch nicht weiß, wohin die Reise gehen soll, bietet es sich an, seine Mitarbeiter Coworking-Spaces Luft schnuppern zu lassen. Die Erkenntnis aus einem solchen „Outsourcing-Test“ kann die Arbeitsplatz-und Raumgestaltung sowie die Unternehmenskultur prägen.

 

Wie kann man sich den Arbeitsplatz 4.0 vorstellen?

Zukünftig wird es persönlich zugeordnete aber auch gemeinsam genutzte Arbeitsplätze geben. Offene Räumlichkeiten werden individuell gestaltet und eingerichtet: Je nach Nutzen und Bedarf können diese dann via App gebucht werden. Auch das Thema BOYD (bring your own device) ermöglicht eine flexible und individuelle Arbeitsweise.

Für solche individuell gestaltbaren Raumkonzepte wäre die Connex2-Produktfamilie doch optimal – dank völlig automatisch reagierenden Funktionen passt sich der Stuhl seinem jeweiligen Nutzer an.

Ja. Abschließend bleibt zu sagen, dass jedes Unternehmen eine andere Vorstellung von der Arbeitswelt 4.0 hat.

Mein Rat: Zusammen mit den Mitarbeitern probieren und testen, was für das Unternehmen am besten funktioniert!

 

 

Jörg Bakschas Dipl. Betriebswirt, Coach-IHK

Jörg Bakschas
Dipl. Betriebswirt, Coach-IHK

 

Jörg Bakschas ist Speaker, Workspace Strategist, Futurist und Change Coach. Er hat mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Zusammenarbeit mit internationalen Teams verschiedener Branchen in Europa und den USA. Seit 8 Jahren ist Jörg Bakschas Inhaber der Headroom Consult in Nienstädt. Die langjährige Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IAO im Rahmen des Verbundforschungsprojektes Office21 ist Grundlage seiner Forschung zur Zukunft von Leben & Arbeit.

 

Habt ihr noch Fragen oder Anregungen? Wir freuen uns über jeden Kommentar.

Corinna Litz

Hallo, ich bin Corinna Litz. Mit einer Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation und einem dualen Studium im Bereich Medien-und Kommunikationswirtschaft an der DHBW Ravensburg, bin ich bestens für meine neue…


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