Werkzeugbau

Stationen im Leben eines Bürostuhls, Teil 4 Werkzeug- und Vorrichtungsbau

In den ersten drei Teilen dieser Serie haben meine Kollegen erklärt, wie ein neuer Klöber Bürostuhl seinen Lauf nimmt und dabei die Abteilungen Produktmanagement, Design und technische Umsetzung durchlaufen werden. Mein Job? Der Werkzeug- und Vorrichtungsbau.

Wie es der Name meiner Abteilung schon verrät, bediene ich hier im Werkzeugs- und Vorrichtungsbau zwei Aufgabenfelder.

1. Der Werkzeugbau

Um individuelle Bürostühle mit immer neuen Funktionen herstellen zu können, benötigen meine Kollegen in der Montage passgenaue Werkzeuge. Dabei handelt es sich aber nicht um Schraubenzieher, Zange & Co., sondern um Spezialanfertigungen, wie beispielsweise ein Stanzwerkzeug. Mit diesem können wir passgenaue Löcher in die obere Rückenlehne eines Stuhls stanzen, um dort später die Nackenstütze zu befestigen.

Werkzeuge dieser Art zu konstruieren ist meine Aufgabe hier bei Klöber. Dabei dienen mir die Konstruktionszeichnungen unseres Zeichenbüros als Vorlage. Im ersten Schritt entsteht das Werkzeug im Entwurf aus Modellbauholz. Erst wenn alles passt, fertige ich es in einem zweiten Schritt aus stabilen Aluminium oder Stahl.

Darüber hinaus können wir bei Klöber auch einfache Spritzgusswerkzeuge für Kunststoffteile sowie Schäumformen für Polsterschäume selbst herstellen. Aufwändige und große Werkzeuge für Kunststoffspritz- oder Alu-Druckguss werden aber in der Regel bei externen Partnern speziell nach unseren Vorgaben hergestellt.

Eine Spritzgussform für ein Kunststoffteil

Eine Spritzgussform für ein Kunststoffteil

Eine Schäumform für einen Sitzschaum

Eine Schäumform für einen Sitzschaum

 

 

 

 

 

 

Ihr ahnt es schon: Die Produktion eines besonders aufwändigen Werkzeugs, wie es zum Beispiel für die Herstellung unseres Mera Lehnenrahmens benötigt wird, kann auch mal ganz schön zeitintensiv sein und vier bis fünf Monate dauern.
Unser schwerstes Werkzeug wiegt beinahe elf Tonnen! Klar, dass es nicht gerade günstig war. Je nach Bürostuhlmodell schlagen die benötigten Tools schnell mit rund 1 Million Euro zu Buche. So gesehen ist der Werkzeugbau sicherlich der teuerste Teil der Bürostuhl-Produktion.

2. Der Vorrichtungsbau

Passgenaue Werkzeuge sind das eine, Montagevorrichtungen, bei denen diese Werkzeuge zum Einsatz kommen, das andere Puzzleteil meines Jobs. Besonders wichtig im Vorrichtungsbau ist das Thema Arbeitssicherheit: Eine Montagevorrichtung, die zu schnellen Ergebnissen führt, aber Verletzungsgefahren birgt, kommt für uns nicht in Frage.

Unsere Vorrichtungen werden gleichermaßen effizient und sicher gefertigt. Zwei Beispiele: Bei einer Vorrichtung, auf der schwere Bürostühle endmontiert werden, achten wir besonders darauf, dass das Auf- und Abheben der Stühle leicht von der Hand geht. So stellen wir die Schonung der Rückenmuskulatur unserer Mitarbeiter sicher. Bei einer Stanz- oder Einpressvorrichtung achten wir penibel darauf, dass eine Verletzung unserer Mitarbeiter ausgeschlossen werden kann.

Ist eine Montagevorrichtung fertig, ist meine Arbeit aber noch nicht getan, denn: Bei der Bürostuhl-Produktion in großer Stückzahl müssen wir davon ausgehen, dass die Vorrichtung früher oder später ersetzt werden muss. Da es sich um ein eigens entwickeltes Unikat handelt, ist es besonders wichtig, die Vorrichtung am PC nachzukonstruieren. Dies geschieht in Form einer CAD-Zeichnung, also mit Hilfe einer Konstruktions-Software.

Zusammengefasst kann man also sagen, dass mein Job hier bei Klöber zu 75% technischer Natur ist und die restlichen 25% am Schreibtisch stattfinden. Eine tolle Mischung – wie ich finde.

www.kloeber.com

Georg Reiswich

Hallo, ich heiße Georg Reiswich. Als gelernter Metallbauer bin ich bereits seit neun Jahren bei Klöber tätig und kenne mich daher bestens mit der Produktion und Fertigung unserer Bürostühle aus.…


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2 Comments
  • Stutz
    Antworten 19. Mai 2017 at 15:43

    Eine schöne Serie, die viele Einblicke in die aufwendige Herstellung eines qualitativ hochwertigen Bürostuhls -made in Germany – gibt.

    • Corinna Litz
      Antworten 22. Mai 2017 at 13:28

      Danke für das positive Feedback – wir freuen uns!

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