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Der Klöber Klimastuhl® im Praxistest

Vier Monate nach der Markteinführung unseres Klöber Klimastuhls® und mitten in einem scheinbar nicht enden wollenden Sommer ist unser innovativer Bürostuhl aktueller denn je. Bereits im ersten Teil des Blog-Beitrags „Living Lab smart office space“ hat uns Frau Prof. Dr.-Ing. Hoffmann, wissenschaftliche Leiterin an der Technischen Universität Kaiserslautern, Frage und Antwort rund um ihr spannendes Projekt gestanden. Heute wollen wir Genaueres zu ihrer dreimonatigen Feldstudie mit dem Klöber Klimastuhl® erfahren und freuen uns, sie zu einem zweiten Interview zu treffen.


Frau Prof. Dr.-Ing. Hoffmann, können Sie Aufbau und Ablauf der Klimastuhl-Studie für unsere Leser erläutern? 

Im Rahmen des Living Lab smart office space startete unsere Feldstudie im sehr heißen Sommer 2015 in den Räumlichkeiten des Deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz. Da sich mein Fachgebiet auf das Forschungsgebiet „Thermischer Komfort“ konzentriert, waren mein Team und ich neugierig, wie der Klimastuhl® unter realen Bedingungen abschneiden würde. Zu Beginn haben wir eine repräsentative Mischung der Teilnehmer zusammengestellt und dabei auf relevante Parameter wie Alter, Geschlecht, Body Mass Index und Größe geachtet. Insgesamt haben 26 Personen an der Feldstudie teilgenommen, darunter 16 Männer und zehn Frauen. Die Belegung erfolgte in Einzel- und Gruppenbüros mit vier bis sechs Personen.

Die Probandinnen und Probanden haben die Stühle circa 21 Tage lang getestet. Währenddessen haben wir die Raumlufttemperaturen in den Büroräumen gemessen und aufgezeichnet, wann welche Funktion – also Heizen oder Lüften – genutzt wurde und welchen Effekt die jeweilige Funktion auf das Wohlbefinden hatte. Hierzu wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zweimal pro Tag mittels einer Online-Umfrage nach ihrem Temperaturempfinden und ihrer persönlichen Behaglichkeit sowohl vor als auch während der Nutzung des Klimastuhls® befragt. Diese Daten wurden im Anschluss statistisch ausgewertet.

Frau Prof. Dr.-Ing. Hoffmann (links im Bild) mit zwei Probanden im Living Lab smart office space.

Frau Prof. Dr.-Ing. Hoffmann (links im Bild) mit zwei Probanden im Living Lab smart office space.

 

Wie verhielten sich die Teilnehmer bei den jeweiligen Temperaturen? Konnten Sie eine Regelmäßigkeit feststellen?

Ja, es konnte eine signifikante Korrelation zwischen den gemessenen Raumtemperaturen und der Nutzung der Klimafunktion hergestellt werden. Ab etwa 24 °C wurde meist die Lüftungsfunktion auf Stufe 1 genutzt, ab 26 °C wurde auf Stufe 2 geschaltet. Bei kühleren Außenbedingungen wurde bereits bei Raumtemperaturen von 24 bis 25 °C die Heizfunktion genutzt. Dafür gibt es verschiedene mögliche Gründe:

  • Die Jahreszeit und das vorherrschende Wetter beeinflussen die thermischen Präferenzen
  • In Herbst und Winter sind die umgebenden Wände kälter, was zu einem Wärmeverlust durch Strahlung führt
  • In vielen Fällen erzeugt die Heizfunktion einen wohltuenden Effekt auf den Rücken und wird deshalb genutzt
  • Individuelle Wohlfühltemperaturen können sehr unterschiedlich sein und hängen von verschiedenen physiologischen Parametern ab

 

Und wie hat sich die jeweilige Nutzung von Lüftung bzw. Heizung auf das Wohlbefinden der Probanden ausgewirkt?

Die wichtigsten Ergebnisse waren sicher, dass die Heizfunktion zu einer deutlichen Erhöhung der thermischen Behaglichkeit führte und dass rund ein Drittel der Teilnehmer eine zum Teil deutliche Steigerung des Wohlbefindens mit der Lüftungsfunktion erzielte:

Der kühlende Effekt des Klimastuhls® beruht, neben der latenten Wärmeabfuhr durch Verdunsten von Schweiß, darauf, dass Umgebungsluft am Körper vorbeigeführt wird und „Wärme mitnimmt“. Dieser Wärmeübergang ist umso größer, je größer die Temperaturdifferenz zwischen Haut und Umgebungsluft ist.

Auf einer 6-Punkte-Skala – von sehr unbehaglich (-3) bis sehr behaglich (+3) – konnten mit der Lüftungsfunktion Steigerungen um fünf Punkte erreicht werden.

Auch die Erhöhung der Behaglichkeitswerte bei Nutzung der Heizfunktion war beträchtlich – mit bis zu 3 Punkten auf der Skala. Die Erklärung: Bei einem eher kühlen Temperaturempfinden wirkt der Klimastuhl® genau dort, wo Menschen am empfindlichsten auf Kälte reagieren, nämlich in unserer Körpermitte, in der sich die lebensnotwendigen Organe befinden.

 

Die Funktionen „Heizen“ und „Lüften“ können per Knopfdruck eingestellt werden. Vor allem die Heizfunktion zeigte in der Feldstudie großen Anklang bei den Probanden beider Geschlechter.

Die Funktionen „Heizen“ und „Lüften“ können per Knopfdruck eingestellt werden. Vor allem die Heizfunktion zeigte in der Feldstudie großen Anklang bei den Probanden beider Geschlechter.

 

Nicht selten werden unterschiedliche Empfindungen von Kälte und Wärme auf das Geschlecht zurückgeführt. Auch im Blog-Beitrag „Warum Frauen im Büro frieren – und Männer nicht“ haben wir uns diesem Thema angenommen. Konnten Sie dieses Phänomen während der Feldstudie beobachten und wie stehen Sie aus wissenschaftlicher Sicht dazu?

Bei der insgesamt durchwegs positiven Bewertung der Heizfunktion gab es nur einen geringen Unterschied zwischen Frauen und Männern. Die wärmende Funktion des Bürostuhls wurde von beiden Geschlechtern gleichermaßen geschätzt. Unsere Beobachtungen ergaben, dass insgesamt „kälteempfindlichere“ Menschen, darunter auch Männer, die Heizfunktion entsprechend häufiger nutzen, was ja zu erwarten ist. Dass ein höherer Prozentsatz dieser Menschen, die sensibel auf kühlere Temperaturen reagieren, weiblichen Geschlechts ist, ist sowohl statistisch nachweisbar als auch physiologisch erklärbar.

In Bezug auf die Lüftungsfunktion hingegen konnten wir eine eindeutige Präferenz der männlichen Probanden feststellen. Männer lobten insbesondere die Funktion der Schweißabfuhr, die neben einem angenehmen „trocknenden“ Effekt aufgrund der freiwerdenden Verdunstungswärme auch einen deutlichen Kühleffekt hervorruft.

Können Sie eine Aussage zur Wirkung des Klimastuhls® auf die Produktivität am Arbeitsplatz machen?

Es ist in den meisten Fällen schwer, Produktivität von Büroarbeit tatsächlich objektiv zu erfassen und somit quantitative Aussagen zur Effektivität einer Maßnahme zu treffen. In jedem Fall kann aber ein qualitativer Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit mit der Arbeitsumgebung und der Produktivität festgestellt werden.

Hier gilt: Je höher die  Unzufriedenheit ist, umso größer ist der negative Einfluss auf die Arbeitsleistung. Anders ausgedrückt, je mehr man durch den Klimastuhl die Störung der thermischen Behaglichkeit reduzieren kann, umso mehr trägt er zur Produktivität am Arbeitsplatz bei. „Zu kalt“ oder „zu warm“ gehören zu den Top-Beschwerden, mit denen Facility Manager in Bürogebäuden konfrontiert werden. Der Klimastuhl® hat daher ein großes Potenzial, einen maßgeblichen Beitrag zur Zufriedenheit und somit zur Produktivität im Unternehmen zu leisten.

Der Praxistest hat gezeigt: Der Klöber Klimastuhl hat eine hohe Wirkung auf die Temperatur-Zufriedenheit seiner Nutzer. Vor allem im Arbeitsalltag ist das wichtig, damit sich Wissensarbeiter auf ihre Projekte konzentrieren können.

Der Praxistest hat gezeigt: Der Klöber Klimastuhl hat eine hohe Wirkung auf die Temperatur-Zufriedenheit seiner Nutzer. Vor allem im Arbeitsalltag ist das wichtig, damit sich Wissensarbeiter auf ihre Projekte konzentrieren können.

 

Wo also sehen Sie einen verstärkten Bedarf für den Klöber Klimastuhl®?

Ich sehe drei maßgebliche Einsatzbereiche für den Klimastuhl®:

  1. In Großraum- oder Kombibüros, in denen sich Menschen mit unterschiedlichen Temperaturpräferenzen den Arbeitsraum teilen.
  2. In Gebäuden, in denen keine thermisch behaglichen Bedingungen am Arbeitsplatz geschaffen werden können – zum Beispiel aufgrund von Schwächen in der Anlagentechnik (unzureichende Auslegung) oder der Bausubstanz (fehlende Wärmedämmung, schlechte Fenster, etc.) oder auch aufgrund der Nutzung (zum Beispiel stark klimatisierte Supermärkte). Dort ist der Klimastuhl® auch für Einzelarbeitsplätze empfehlenswert.
  3. In allen Gebäuden, in denen Energie gespart werden soll, da der Betrieb des Klimastuhls® mit Hilfe des Lithium-Ionen-Akkus extrem energieeffizient ist. Der Klimastuhl® kann helfen, das „Überheizen“ im Winter bzw. das „Unterkühlen“ im Sommer zu verhindern und somit die Spitzenlasten beim Anlagenbetrieb reduzieren.

Vielen Dank für das interessante Interview, Frau Prof. Dr.-Ing. Hoffmann!

Sarah Reichle

Hallo, ich heiße Sarah Reichle. Mit meinem Studium im Fach Kommunikations-Design bin ich in der Marketing-Abteilung bestens aufgehoben. Hier unterstütze ich zum Beispiel unsere Fachhändler bei der Anzeigengestaltung, helfe bei…


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