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Generation Y – Geht die Freizeit vor?

Die sogenannte „Generation Y“ ist in aller Munde. Narzisstisch, überheblich und auf Freizeit fokussiert  – so werden die nach 1980 Geborenen gerne in den Medien dargestellt. Doch was ist dran an diesen Vorurteilen? Unterscheiden sich die Werte der Jungen tatsächlich so stark von denen der Generationen davor? Wir bei Klöber haben eine Umfrage in den eigenen Reihen durchgeführt und wollten der Sache auf den Grund gehen. Interessante Hintergrundinformationen und die spannenden Ergebnisse unserer Umfrage gibt es jetzt!

Im Englischen klingt der Buchstabe Y genauso wie das Wort Why. Auf Deutsch bedeutet es Warum und erklärt die Namensgebung der Generation Y, die häufig durch ihr kritisches Hinterfragen der Dinge charakterisiert wird. Vor allem, wenn es um die Arbeitswelt geht, wollen sich die Angehörigen der Generation Y, kurz auch GYer genannt, nicht vorschnell zufriedengeben. Ein Job der Spaß macht, fair bezahlt wird und möglichst viel Freiraum für Familie und Freunde lässt, sollte schon drin sein. Doch woher kommen diese vermeintlich hohen Ansprüche? Was ist es, das die Anliegen der GYer so unmöglich erscheinen lässt?

Generation Y – Ein Geschichtsrückblick

Um die große Aufregung um die Generation Y verstehen zu können, macht es Sinn, einen kleinen Ausflug in die Vergangenheit zu unternehmen und sich die beiden Generationen vor den GYern, ihre Eltern und Großeltern, anzusehen. Im Netz habe ich eine stark vereinfachte, aber ziemlich einleuchtende Aufarbeitung zu diesem Thema gelesen, die ich hier kurz zusammenfassen möchte.

Die Eltern der jetzigen GYer sind (meist) in den 50er Jahren geboren und somit als Babyboomer bekannt. Die Eltern dieser Babyboomer wiederum erlebten den Zweiten Weltkrieg und somit harte wirtschaftliche Zeiten. Der wichtigste Wert für diese Kriegsgeneration war folglich finanzielle Sicherheit. Weil sie wollten, dass ihre eigenen Kinder – die Babyboomer – es besser haben würden, predigten sie ihnen, dass harte Arbeit das Überleben sichere. Und sie hatten recht: In den 70er, 80er und 90er Jahren führte die harte Arbeit der Babyboomer zu wirtschaftlichem Wohlstand. Sie konnten sich also nicht nur irgendwie über Wasser halten, sondern es ging ihnen richtig gut. Weil sie mehr erreichten, als sie jemals zu träumen gewagt hatten, waren sie glücklich. Diese Erfahrung gaben die Babyboomer schließlich an ihre eigenen Kinder, die GYer, weiter. Und so wuchsen die GYer mit dem Selbstverständnis auf, dass sie werden könnten, was sie nur wollten und ihnen alle Möglichkeiten der Welt offen stünden. Sie glaubten und glauben, etwas ganz Besonderes zu sein und sind deshalb vor allem eines: sehr anspruchsvoll. GYer wollen sich nicht mit dem Erstbesten zufriedengeben. Sie wollen für sich das Beste erreichen und dies in allen Bereichen des Lebens.

Generation Y – Normen und Werte

Die GYer haben nicht wie ihre Großeltern einen Krieg oder wie ihre Eltern eine Nachkriegszeit miterlebt. Sie sind (in der Regel) ohne finanzielle Engpässe und Sorgen aufgewachsen, konnten eine hohe Bildung genießen und haben deshalb ihre ganz eigenen Werte. Geld spielt für die GYer eine untergeordnete Rolle. Zeit für Familie und Freunde hingegen ist ihnen wichtig.

 

Generation Y – Anforderungen an einen Arbeitgeber

Auch im Berufsleben haben die GYer ihre ganz eigenen Vorstellungen davon, was ihnen wichtig ist. Passend zu ihren Normen und Werten wünschen sie sich eine ausgewogene Work-Life-Balance sowie die passenden Rahmenbedingungen, damit sie sich an ihrem Arbeitsplatz richtig wohlfühlen. Eine zentrale Rolle nimmt hierbei auch die Büroeinrichtung ein, denn viele GYer bewerten ein Unternehmen anhand der Wertschätzung, die es seinen Mitarbeitern entgegen bringt. Technik, EDV, Ergonomie und Design gehören hier dazu – vier Variablen, die es auf dem neuesten Stand zu halten gilt, wollen Unternehmen junge und qualifizierte Mitarbeiter nicht nur anwerben, sondern auch langfristig binden. Moderne Unternehmen, die um das Konzept des Büros der Zukunft wissen, stehen deshalb ganz vorne in der Gunst der Generation Y.

Eine ausgewogene Work-Life-Balance steht ganz oben auf der Wunschliste der Generation Y

Eine ausgewogene Work-Life-Balance steht ganz oben auf der Wunschliste der Generation Y

 

Neben der Arbeitsplatzgestaltung achten GYer auch auf viele verschiedene Soft Skills eines Unternehmens. Analog zu einer 2012 von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft „Ernst & Young“ durchgeführten Befragung von knapp 500 Hochschulabsolventen, haben deshalb auch wir bei Klöber unsere Mitarbeiter, die laut Definition zur Generation Y gehören, einige Fragen beantworten lassen und hier kommen die Ergebnisse.

 

 

Generation Y – Umfrageergebnisse aus dem Hause Klöber

 

Frage 1

In der ersten von insgesamt fünf Fragen wollten wir wissen, welche Werte und Ziele unseren Mitarbeitern der Generation Y besonders wichtig sind. Wählen konnten die Teilnehmer zwischen 14 verschiedenen Antworten, Mehrfachnennungen waren möglich:

 

·         Ausreichend Freizeit ·         Erfolg und Karriere
·         Familie und Freunde ·         Genuss und Konsum
·         Gesundheit ·         Mut
·         Ökologische Nachhaltigkeit ·         Reichtum
·         Reisen ·         Selbstverwirklichung
·         Soziales Engagement ·         Treue
·         Verantwortung ·         Vertrauen

 

Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig: Mit 84% wählen unsere Mitarbeiter die „Gesundheit“ auf den ersten Platz. Mit 76% folgen „Familie und Freunde“ dicht dahinter. Etwas abgeschlagen schafft es die Antwort „Ausreichend Freizeit“ mit 30% auf Platz drei. Die restlichen Antworten haben die 25%-Marke nicht überschritten.

 

Frage 2

Auf die Frage „Was zeichnet Ihrer Meinung nach eine gute Führungskraft aus?“, stellte sich  als wichtigste Eigenschaft einer Führungskraft „Fach- und Methodenkompetenz“ heraus. Als No-Go bei einer Führungskraft gilt „fehlende Loyalität gegenüber den eigenen Mitarbeitern“.

 

Frage 3

Mit der dritten Frage wollten wir wissen, wie viele unserer GYer selbst eine Führungsposition anstreben. Hier unterscheiden sich die Klöber Mitarbeiter ziemlich deutlich von der Mehrheit der GYer, denn 71% möchten in ihrem Leben selbst eine Führungsposition einnehmen. Nur 27% haben sich klar gegen dieses Karriereziel entschieden und 2% haben sich enthalten oder konnten sich nicht entscheiden.

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Frage 4

In unserer vorletzten Frage ging es um Eigenschaften und Angebote eines Arbeitgebers, die ausschlaggebend bei der Entscheidung für ein Jobangebot sind. Zur Auswahl standen 14 Antworten, bis zu fünf Mehrfachnennungen waren möglich:

 

·         Bekannte Marke ·         Professionelles Personalmanagement
·         Beständigkeit des Unternehmens ·         Qualität des Managements
·         Entwicklungsmöglichkeiten ·         Soziales Engagement
·         Ethische Prinzipien ·         Standort
·         Internationalität (Projekte, Kollegen) ·         Vergütung
·         Kollegiale Arbeitsatmosphäre ·         Work-Life-Balance
·         Kreativität ·         Zukünftige Karriereoptionen

 

Das Ergebnis war auch diesmal wieder relativ eindeutig: Auf eine kollegiale Arbeitsatmosphäre achten 92% unserer Mitarbeiter, auf die Vergütung 85%. Weitere 76% schätzen die Beständigkeit eines Unternehmens und jeweils 61% legen Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance sowie zukünftige Karriereoptionen. 46% nennen an dieser Stelle noch den Standort,  38% die Entwicklungsmöglichkeiten und 30% die Qualität des Managements. Die restlichen Antworten haben eine zweistellige Prozentangabe nicht erreicht.

 

Frage 5

Unsere fünfte und letzte Frage dürfte ziemlich interessant für Unternehmenschefs sein, denn wir wollten wissen, wo sich die GYer über einen potentiellen Arbeitgeber informieren. Auch diesmal gab es 14 Auswahlmöglichkeiten, Mehrfachnennungen waren möglich.

 

 

·         Anzeigen in Fachzeitschriften ·         Hochschul-Bewerbermessen
·         Anzeigen in Tageszeitungen ·         Jobbörsen (z.B. Monster)
·         Bekannte Marke ·         Mitarbeiter des Zielunternehmens (Freunde)
·         Berichte in Zeitungen/Zeitschriften ·         „Private“ Social Networks (z.B. Facebook)
·         Broschüren und Flyer des Unternehmens ·         Suchmaschine (z.B. Google)
·         Business Networks (z.B. XING/LinkedIn) ·         Tag der offenen Tür
·         Erfahrungsberichte (in Chats/Foren) ·         Website des Unternehmens

 

Interessanterweise stellt sich hierbei heraus, dass 84,6% sich persönlich bei „Mitarbeitern des Zielunternehmens“ informieren würden. Ebenfalls mit 84,6% steht die Website des jeweiligen Unternehmens hoch im Kurs und immerhin 69,2% nutzen Suchmaschinen wie z.B. Google bei der Recherche über einen potenziellen Arbeitgeber.

 

Fazit: Wird die Generation Y ihrem Ruf gerecht?

Nachdem ich die spannenden Hintergrundinformationen zur Generation Y sowie ihrer Eltern und Großeltern erfahren hatte, leuchten mir die unterschiedlichen Denkweisen der Generationen immer mehr ein. Die wirtschaftliche Not der Kriegsgeneration hat zwangsläufig zu einer überlebenssichernden Einstellung geführt, welche sie an ihre Kinder – die Generation der Babyboomer – weitergaben. Vor allem durch harte Arbeit schafften sie den Sprung in eine finanziell gesicherte Wohlstandsgesellschaft. Geprägt durch dieses Umfeld ergaben sich unzählige neue Möglichkeiten für ihre Kinder – die jetzige Generation Y. Dies und ein enorm starkes Selbstbewusstsein erklären die hohen Ansprüche der GYer. Trotz allem gilt: Eine ganze Generation kann meiner Meinung nach nicht in eine Schublade gesteckt werden. Die Umfrageergebnisse bei Klöber haben beispielsweise gezeigt, dass unsere Mitarbeiter der Generation Y durchaus hohe Karriereziele haben. Unternehmen müssen sich auf die neue Denkweise der Generation Y einstellen, wollen sie die jungen und qualifizierten Arbeitnehmer langfristig beschäftigen. Eine hochwertige Büroausstattung auf dem neuesten Stand ist ein erstes Zeichen von Wertschätzung.

www.kloeber.com

 

Sarah Reichle

Hallo, ich heiße Sarah Reichle. Mit meinem Studium im Fach Kommunikations-Design bin ich in der Marketing-Abteilung bestens aufgehoben. Hier unterstütze ich zum Beispiel unsere Fachhändler bei der Anzeigengestaltung, helfe bei…


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