Businesswoman Using Phone Working On Laptop In Coffee Shop, Quelle: Fotolia

Digitale Nomaden: Arbeit on the road

Jeden Morgen stehen 28 Millionen Deutsche auf und machen sich auf den Weg zur Arbeit. Im Schnitt verbringt jeder von ihnen zwei Stunden pro Tag mit der An- und Abreise zur Arbeitsstätte. Ein Drittel dieser Menschen wünscht sich ein flexibleres, selbstständigeres Arbeiten – doch die wenigsten trauen sich, diesen Wunsch auch in die Tat umzusetzen. Diejenigen, die es versuchen, nennen sich selbst „digitale Nomaden“. Was es mit der neuen Generation der ortsunabhängig Arbeitenden auf sich hat und wie Unternehmen von ihnen profitieren können, möchte ich in diesem Beitrag herausfinden.

Bei meinen Recherchen zu den digitalen Nomaden habe ich eines ziemlich schnell festgestellt: Sie sind echte Freigeister. Nach einem meist nur kurzen „Ausflug“ in die Arbeitswelt verspüren sie alle den starken Drang, die gesellschaftlichen Normen mit ihrer 9-to-5-Routine hinter sich zu lassen und ein selbstständiges, ortsunabhängiges Business aufzubauen. Denn das Arbeiten für einen Vorgesetzten empfinden sie als „Arbeiten für die Träume anderer“. Dabei nehmen sie gerne in Kauf, dass es keine strikte Trennung mehr von Beruflichem und Privatem gibt. Wichtig ist ihnen vor allem, dass sie flexibel über die eigene Zeit verfügen können.

Was macht einen digitalen Nomaden aus?

Eine genaue Definition für digitale Nomaden gibt es eigentlich nicht, denn mehr als alles andere sind sie Individuen, die sich nicht in eine Schublade stecken lassen wollen. Daher möchte ich an dieser Stelle Connie Biesalski zu Wort kommen lassen. Deutschlands erfolgreichste Reisebloggerin ist – natürlich –  selbst digitale Nomadin und weiß, wovon sie spricht:

„Digitale Nomaden nutzen digitale Technologien, um ortsunabhängig dort arbeiten zu können, wo sie wollen. Wir brauchen keine Büros oder fixen Schreibtische, uns reicht eine Internetverbindung in Cafés oder Hostels/Hotels, an Flughäfen oder Coworking Spaces, und los geht’s.“

Wie sieht das Leben als digitaler Nomade aus?

Digitale Nomaden sind also auf digitale Technologien angewiesen. Doch obwohl die meisten von ihnen teure High-End-Geräte ihr Eigen nennen, führen sie sonst ein ziemlich minimalistisches Leben. Aus praktischen, aber oft auch aus finanziellen Gründen gehört es zum Lifestyle der digitalen Nomaden, Abschied von materiellen Besitztümern zu nehmen. Ein eigenes Auto oder teure Statussymbole haben schlichtweg keinen Platz im Leben on the road.

Jobsuche im World Wide Web

Die Rechnung ist einfach: Wer mit wenig zufrieden ist, braucht auch weniger Geld. Für digitale Nomaden ist es daher meist kein Problem, sich mit unregelmäßigen Jobangeboten über Wasser zu halten und die finden sie – na klar – im Internet. In speziellen Jobbörsen werden Freelancer händeringend gesucht. Die Berufe der Nomaden reichen hierbei vom Web-Entwickler über den Texter bis hin zum Social Media-Manager. Digitale Nomaden betreiben oft eigene Websites, Blogs oder Online-Communities, ein Großteil ist im Online- oder E-Commerce-Bereich tätig. Doch so unterschiedlich die Jobangebote auch sind, eine Gemeinsamkeit gibt es doch: Sie alle können ortsunabhängig am eigenen Laptop ausgeführt werden. Ein Vorteil, den viele Arbeitgeber für sich nutzen können.

Wie Arbeitgeber von digitalen Nomaden profitieren

Die selbstgewählte Freiheit kommt bei vielen digitalen Nomaden mit einem äußerst interessanten Nebeneffekt für Arbeitgeber daher: dem eisernen Willen, es zu schaffen. Weil digitale Nomaden nicht fest angestellt sind, betrachten sie ihre wechselnden Jobangebote nicht als lästige Routine, sondern als spannende Herausforderung. Dabei ist die Bezahlung bei weitem nicht so wichtig wie der Sinn der Tätigkeit. Mit einer hohen Eigenmotivation und der Bereitschaft zum Selbststudium sind sie daher besonders attraktiv für Arbeitgeber, die nicht zwingend auf die Anwesenheit ihrer Mitarbeiter angewiesen sind. Auch dem herrschenden Fachkräftemangel kann so länderübergreifend entgegen gewirkt werden. Viele junge Unternehmen, vorwiegend aus der Digitalwirtschaft, probieren neue und flexiblere Arbeitsformen wie diese gerade aus. Dabei sourcen sie Projekte aus, arbeiten in virtuellen Teams und in Coworking Spaces – und werden damit zur perfekten Anlaufstelle für digitale Nomaden.

Die Schattenseiten des ortsunabhängigen Arbeitens

So schön es sich auch anhört – das Leben als digitaler Nomade hat auch Schattenseiten, denn der stetige Ortswechsel kann ganz schön anstrengend sein. Faktoren, die einem normalen Büromitarbeiter selbstverständlich erscheinen, erschweren digitalen Nomaden das Arbeiten. So zählen ein fehlender Stromanschluss, eine schlechte W-LAN-Verbindung und eine unbequeme Sitzgelegenheit zu den drei größten Beschwerdeursachen der mobilen Arbeiter. Bei wichtigen oder anspruchsvollen Jobs setzen viele digitale Nomaden deshalb auf Coworking Spaces, also öffentlich zugängliche Büroräumlichkeiten, in die sie sich zeitweise einmieten können. Die Vorteile solcher Räumlichkeiten sind nicht von der Hand zu weisen: Abschließbare Räume, eine funktionierende Infrastruktur aus PC, Drucker, Scanner, Telefon und W-LAN und nicht zuletzt ergonomische Bürostühle erleichtern das konzentrierte Arbeiten über mehrere Stunden hinweg.

Neue Anreize für das Büro

Das traditionelle Büro hat also noch lange nicht ausgedient. Vielmehr kommt es jetzt darauf an, über neue Anreize für digitale Nomaden nachzudenken. Mithilfe dynamischer und flexibler Arbeitsumgebungen, die Raum für Konzentration und Rückzug sowie Kommunikation und Zusammenarbeit bieten, können die mobilen Arbeiter – zumindest zeitweise – Gefallen an einem festen Arbeitsplatz finden. Wichtig hierbei sind verstellbare Büromöbel, die Raum für Kreativität lassen und zahlreiche Ablageflächen bieten sowie gut platzierte Steckdosen für den Anschluss der digitalen Geräte. Es gilt also, temporär nutzbare Arbeitsplätze zu schaffen, die für kurze Zeit und vor allem ohne viel Aufwand von den digitalen Nomaden besetzt werden können.

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Wie stehst du zum Thema ortsunabhängiges Arbeiten? Welche Auswirkungen haben digitale Nomaden auf die Arbeitswelt der Zukunft? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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Sarah Reichle

Hallo, ich heiße Sarah Reichle. Mit meinem Studium im Fach Kommunikations-Design bin ich in der Marketing-Abteilung bestens aufgehoben. Hier unterstütze ich zum Beispiel unsere Fachhändler bei der Anzeigengestaltung, helfe bei…


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