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Wie das Raumklima die Produktivität am Arbeitsplatz beeinflusst

Im Büro herrscht immer ein allgemeines Makroklima. Es entsteht vor allem durch zentral gesteuerte Einflüsse wie Heizung, Klimaanlage, Fensterlüftung sowie Sonneneinstrahlung, ist aber auch abhängig von der Bauart des Gebäudes. Logisch, dass auf diese Weise nicht alle Mitarbeiter in einem Raum hinsichtlich ihrer individuellen Wohlfühltemperatur gleichermaßen zufriedengestellt werden können. Doch das ist noch nicht alles: Studien zufolge gibt es einen entscheidenden Zusammenhang zwischen der Produktivität einzelner Mitarbeiter und dem Raumklima. Was es damit auf sich hat, will ich in diesem Beitrag erklären.

Der Mensch ist per se kein hilfloses Wesen. Mit faszinierenden Funktionen und Fähigkeiten ausgestattet ist er von Natur aus dazu in der Lage, sich in verschiedenen Klimazonen zu bewegen.

Temperaturregulierung liegt in der Natur des Menschen

Mit Hilfe unserer sogenannten thermoregulatorischen Funktionen können wir beispielsweise Hitze und Kälte durch unbewusste Körperreaktionen wie Schwitzen oder Muskelzittern regulieren. Durch die Wahl der passenden Kleidung, der Intensität unserer (körperlichen) Arbeit sowie der Aufenthaltsdauer in bestimmten Räumen können Hitze- und Kälteempfinden aber auch mit bewussten Entscheidungen beeinflusst werden. Problematisch wird es, wenn die unbewussten Körperreaktionen hinderlich bei der Arbeit sind oder die bewussten Einflussmöglichkeiten eingeschränkt werden – so zum Beispiel der Mitarbeiter im Büro, der durchschnittlich acht bis zehn Stunden am Tag in sitzender Position verbringt und das häufig, ohne dabei den Raum zu wechseln.

Eingeschränkte Temperaturregulierung im Büro

Im Büro können im Großen und Ganzen vier Faktoren ausgemacht werden, die für ein behagliches Raumklima verantwortlich sind: Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung und Wärmestrahlung. Das Empfinden dieser Faktoren ist jedoch individuell unterschiedlich, zudem können diese auch nur bedingt beeinflusst und verändert werden.

In punkto Temperatur gibt es gerade für Büroräume klare Vorgaben: So sollte die Lufttemperatur mindestens 20 °C betragen und 26 °C nicht überschreiten. Nicht bedacht ist bei dieser Richtlinie jedoch das unterschiedliche Temperaturempfinden der Einzelnen, speziell auch von Männern und Frauen. Eine optimale Raumtemperatur kann es daher nicht geben. Denn über die allgemeine Raumtemperatur kann eben nur ein einheitliches Makroklima geschaffen werden, auf das der Einzelne nur bedingt Einfluss nehmen kann.

Bei der Angabe der idealen Luftfeuchte gibt es ebenfalls Richtwerte. So soll beispielsweise bei einer Raumtemperatur von 20 °C eine Luftfeuchtigkeit von 80% nicht überschritten werden. Bei 26 °C stellen bereits 55% Luftfeuchtigkeit die Obergrenze dar. Bei höherer Luftfeuchtigkeit wird das Raumklima als unangenehm empfunden. Darüber hinaus funktioniert die unbewusste thermoregulatorische Funktion ‚Schwitzen‘ nur bedingt, denn der Schweiß kann bei hoher Luftfeuchtigkeit nicht verdunsten. Der Körper kühlt nicht ausreichend ab, in der Folge kann es zu Kreislaufbelastungen bei betroffenen Büromitarbeitern kommen und die Produktivität wird deutlich eingeschränkt.

Wer sich mit seinem Schreibtisch in Fensternähe befindet, kann zwar einfacher über das Öffnen und Schließen der Fenster bestimmen, klagt dafür aber eher über Zugluft, und hat somit Probleme mit der Luftbewegung im Raum. Grundsätzlich gilt: Für Lufttemperaturen von 20 °C bis 22 °C werden mittlere Luftgeschwindigkeiten von 0,10 m/s bis 0,15 m/s empfohlen, bei 26 °C sind bis zu 0,20 m/s in Ordnung. Liegt die Geschwindigkeit darüber, kommt es zu Zuglufterscheinungen und damit zu einer lokalen Abkühlung des Körpers. Schulter-Nacken-Bereich, Fußgelenke und Rücken sind dafür besonders empfindlich. Die thermoregulatorische Funktion Muskelzittern, die in solchen Fällen vom Körper eingeleitet wird, ist – ebenso wie das im vorherigen Absatz angesprochene Schwitzen – nicht arbeitsfördernd. Muskelverspannungen, Nackenbeschwerden oder gar Erkältungen können in Folge eines zugigen Arbeitsplatzes auftreten und ebenfalls dazu führen, dass die Produktivität der Mitarbeiter nachlässt.

Der letzte Aspekt, der für das Wohlbefinden eines Menschen am Arbeitsplatz verantwortlich ist, ist die sogenannte Wärmestrahlung. So wirkt ein Raum mit kalten Wänden und Oberflächen ungemütlich, weil der Körper hierbei Strahlungswärme an die Luft und somit auch an die Umgebungsflächen abgibt. Das entzieht dem Körper ein Übermaß an Wärme. Unangenehm ist aber auch der umgekehrte Fall: Hier ist die Oberflächentemperatur der Umgebungsflächen durch Sonneneinstrahlung oder Heizköper höher als die des eigenen Körpers, was dazu führt, dass der Körper zusätzliche Wärme aufnimmt. In der Folge muss der Körper erneut auf seine thermoregulatorische Funktion Schwitzen zurückgreifen, um sich zu entlüften und die Produktivität des Büromitarbeiters leidet erneut. Unterschiedlich temperierte Oberflächen im Raum – zum Beispiel warme Decken, kalte Wände und Fußböden – verstärken die Problematik. Die Strahlungstemperatur sollte im Idealfall nicht mehr als 2 °C von der Lufttemperatur abweichen.

Wissenschaft bestätigt Zusammenhang zwischen Raumklima und Produktivität

Einen Beweis für diesen Zusammenhang liefert eine Studie der Cornell Universität (Cornell‘s Human Factors and Ergonomics Laboratory) in Orlando (Florida). Innerhalb einer Versuchsreihe wurden neun Büroarbeitsplätze mit einem Mini-Sensor ausgestattet, der alle 15 Minuten die jeweilige Temperatur am Arbeitsplatz erfasste. Dabei wurde ermittelt, wie lange die Mitarbeiter mit der Tastatur des Computers arbeiteten und darüber hinaus, wie hoch die Fehlerquote bei der Nutzung war. Dabei stellte sich heraus, dass die Produktivität der Probanden bei einer Raumtemperatur von 25 °C bei 100% lag und die Fehlerquote bei lediglich 10%. Nachdem die Raumtemperatur auf kühlere 20 °C abgesenkt wurde, betrug die Produktivität der Teilnehmer nur noch 54%, die Fehlerquote stieg sogar auf 25% an. Dieses Ergebnis spricht für sich, oder?

Thermometer

Temperaturregulierung im Büro mit dem Klöber Klimastuhl®

Um das Problem des nicht zu individualisierenden Makroklimas zu lösen, haben wir bei Klöber uns etwas ganz Besonderes ausgedacht, den Klöber Klimastuhl®. Dank der Funktionen „Heizen“ und „Lüften“ kann jeder Mitarbeiter mithilfe seines Bürostuhls seine persönliche Wohlfühltemperatur selbst bestimmen. Die Heizungs- und Lüftungsfunktion ist in der Sitz- und Rückenfläche integriert und in jeweils zwei Stufen einstellbar. Die Heizungsfunktion erwärmt die Körperkontaktflächen im Sitz und Rücken auf bis zu 37 °C, das entspricht der normalen Körpertemperatur des Menschen. Die Lüftungsfunktion führt überschüssige Wärme vom Körper ab und lässt Feuchtigkeit bis zu 95 Prozent auf der Sitzfläche und bis zu 74 Prozent auf der Rückenfläche verdunsten, was einen angenehm kühlenden Effekt hat.

 

 

www.kloeber-klimastuhl.com

Laura Wenzel

Hallo, mein Name ist Laura Wenzel. Als Gebietsverkaufsleiterin NRW Nord/Ost bin ich bei Klöber im Außendienst tätig. Hier repräsentiere ich die Marke Klöber und ihre Produkte und nehme gemeinsame Akquisetermine…


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2 Comments
  • Sebastian K.
    Antworten 21. Dezember 2016 at 16:03

    Sehr schöner Artikel! An das Makroklima denken viele, aber das Mikorklima wird vernachlässigt. Danke für diesen Denkanstoss!

    • Corinna Litz
      Antworten 8. März 2017 at 10:29

      Gerne 🙂

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