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Stationen im Leben eines Bürostuhls, Teil 1 Produktmanagement

Als ich vor wenigen Wochen in der Marketing-Abteilung bei Klöber gestartet bin, habe ich mir immer wieder dieselbe Frage gestellt: Wie läuft das eigentlich ab, Entwicklung und Fertigung vereint an einem Standort? Nach und nach habe ich die verschiedenen Abteilungen und Mitarbeiter kennengelernt und weiß jetzt, dass einige Stationen nötig sind, um einen neuen Bürostuhl zu entwickeln und zu produzieren. Wie genau die unterschiedlichen Schritte ablaufen, sollt ihr – die Klöber Blog-Leser – in dieser Artikelserie erfahren.

Hagen Trischler – Produktmanager bei Klöber © Klöber

Hagen Trischler – Produktmanager bei Klöber © Klöber

 

Heute starten wir mit Teil 1, dem Produktmanagement. Hierfür hat sich mein Kollege Hagen Trischler zu einem Interview bereit erklärt. Als Produktmanager ist er bei uns organisatorisch in der Marketing-Abteilung angedockt und sitzt daher mit mir in einem Büro.

Hagen, um was geht es im Produktmanagement?

Wenn ich versuchen würde, mein Aufgabengebiet bei Klöber mit nur einem Wort zu beschreiben, dann wäre das wahrscheinlich „Impulsgebung“. Meine wichtigste Aufgabe ist es, Bedürfnisse aufzuspüren, die sich rund um das Thema „Sitzen im Büro“ ergeben. Dazu gehört es beispielsweise einzuschätzen, wie sich der Markt zukünftig entwickelt. Zusammen mit den Kollegen aus Design und Entwicklung versuche ich dann, für die Bedürfnisse von morgen neue und innovative Lösungen zu finden. Eine spannende Aufgabe.

Betreibst Du da auch ein wenig Spionage?

Nein, auf keinen Fall Spionage im eigentlichen Sinne. Ein Teil meiner Recherchen bezieht sich aber durchaus auf Informationen zu aktuellen und bestehenden Produkten. Der Bürostuhl-Markt ist sehr transparent: Über das Internet, Broschüren oder Kataloge, aber auch im Gespräch vor Ort mit dem Fachhandel oder mit Kunden sowie durch die enge Zusammenarbeit mit unserem Außendienst bin ich ganz nah am Markt. So erfahre ich immer das Neueste und bleibe am Puls der Zeit. Auch klassische Messebesuche gehören dazu.

Und wenn du noch detailliertere Informationen benötigst?

Nun ja, um herauszufinden, was zukünftig in einem Bürostuhl drinstecken soll und was sein USP sein soll, ist Kreativität gefragt. Ich arbeite deshalb sehr eng mit den Kollegen aus der Entwicklung. Die besten Ideen und Innovationen entstehen bei uns nicht am Schreibtisch, das ist typisch für unsere Arbeit. Ich habe das Glück in einer Atmosphäre zu arbeiten, die kreative und effiziente Prozesse fördert. Wir haben bei uns sehr kurze Wege und eine offene Diskussionskultur mit gutem Teamgeist.

Kann man also sagen, du spürst Marktlücken auf?

Genau. Es ist aber nicht so, dass ich alleine der Ideengeber für Neuprodukte bin. Unsere Ideen entstehen im Team, oftmals in der „Produktinnovationsrunde“. Hier trifft Vertrieb auf Design, Entwicklung auf Marktforschung. Jeder Mitarbeiter stellt seine Ideen und Impulse ganz unbewertet vor, in der Diskussion werden die verschiedenen Ansätze dann weiterentwickelt. Mein Input hierbei ergibt sich auch aus meinen umfangreichen Marktforschungen. So kann ich beispielsweise Auskunft über generelle Designtrends geben, die auch mal über den Bürostuhl an sich hinausgehen: Welche Farben, Stoffe und Materialien sind gerade gefragt? Auch Neuerungen im Bereich der Konstruktion sind interessant: Gibt es neue Fertigungsmöglichkeiten? Kommen diese für uns in Frage und wenn ja, wie können wir sie umsetzen? Dieses Marktwissen ist absolut entscheidend und dient allen Beteiligten als Diskussionsgrundlage. Nur durch eine kontinuierliche Marktbeobachtung kann die Entwicklung sogenannter „Me-too-Produkte“, also Nachahmerprodukte, verhindert werden. Denn wir bei Klöber wollen natürlich, innovative und einzigartige Produkte schaffen. Sobald die Idee für einen neuen Stuhl geboren ist, mache ich mir Gedanken um die Preisstrategie.

Das heißt, du bist derjenige, der den Preis festsetzt?

Ich ermittle den Marktpreis. Bei der Festlegung des Preises für unsere neuen Produkte müssen wir uns eng am Markt orientieren. Gleichzeitig wollen wir gewisse Preispunkte nicht unterlaufen, jeder Klöber ist schließlich „Made in Germany“ und hat seinen Wert, der auch bezahlt werden muss. Letztlich gilt es also abzuwägen, ab wann ein Preis wirtschaftlich für unser Unternehmen ist.

Und wenn du nicht gerade Marktforschung betreibst oder bei der Ideengebung für Neuprodukte beteiligt bist?

Dann gibt es noch die Pflege der Bestandsprodukte. Ich bin nicht nur für neue, sondern auch für bereits existierende Produkte zuständig. Wir müssen ja auch herausfinden, wie unsere Stühle beim Endkunden ankommen. Dabei greife ich auf Kundeninformationen des Vertriebes zurück, werte Rückmeldungen unserer Kunden über den Einsatz unserer Stühle aus und prüfe Reklamationen sowie Rückläufer. Daraus leiten sich dann strategische Entscheidungen zur Veränderung unseres Portfolios ab.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass du als Produktmanager eine Schnittstelle zwischen Markt und Vertrieb darstellst, oder?

So ist es.

Prima, vielen Dank für deine Zeit, Hagen.

 

Habt ihr noch Fragen oder Anregungen? Wir freuen uns über jeden Kommentar.

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Sarah Reichle

Hallo, ich heiße Sarah Reichle. Mit meinem Studium im Fach Kommunikations-Design bin ich in der Marketing-Abteilung bestens aufgehoben. Hier unterstütze ich zum Beispiel unsere Fachhändler bei der Anzeigengestaltung, helfe bei…


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